Eisenstadt, 2009-03-29
Die Pfarre Eisenstadt Oberberg eröffnet das Haydn-Jahr 2009
Mit einem Festgottesdienst und Haydns „Nelsonmesse“ hat die Pfarre Eisenstadt Oberberg das Haydnjahr 2009 eröffnet.
„Joseph Haydn war ein sehr religiöser Mensch und hat aus seinem Glauben Kraft und Kreativität geschöpft.“ sagt Ratsvikarin Inge Strobl-Zuchtriegl von der Bergkirche. „HIMMEL und HAYDN geht auf diesen besonderen Aspekt im Leben Haydns ein und hat ein Programm aus religiösen Veranstaltungen, Messen, Konzerten und Ausstellungen zusammengestellt.“
„Die Bergkirche gehört zu jenen ausgewählten Originalschauplätzen, an denen Joseph Haydn in Eisenstadt gewirkt hat.“ erläutert Pfarrer Martin Korpitsch. „Die Musik Haydns hat in der Bergkirche große Tradition – seien es die Messen, die in der Kirche zum ersten Mal gespielt wurden, oder die „Sieben Worte“ in der Streichquartettfassung am Karfreitag“. Mit dem Programm HIMMEL und HAYDN spannt die Bergkirche einen Bogen über die Musik von Haydn bis ins Heute.
Neurenoviertes Haydnmausoleum
Seit 1954 haben die sterblichen Überreste Joseph Haydns im Mausoleum in der Bergkirche ihre letzte Ruhestätte gefunden. Alljährlich kommen tausende Menschen, um an diesem besonderen Ort dem Komponisten ihre Referenz zu erweisen. Zum Gedenkjahr 2009 wurde das Mausoleum erstmals seit 1954 umfassend renoviert. Auch eine neue Lichtanlage lässt das beeindruckende Mausoleum in einem völlig neuen Licht erstrahlen.
Ausstellung in der Schatzkammer
Auch die „Schatzkammer“ der Bergkirche wurde für das Haydnjahr 2009 umgebaut und renoviert und bietet nun Platz für eine Ausstellung, die das Motto der Bergkirche „HIMMEL und HAYDN“ reflektiert. Neben kostbaren liturgischen Exponaten werden ausgewählte Einzelstücke wie die Erstdrucke aller sechs späten Messen Haydn, die in der Bergkirche erklangen, gezeigt. Aus der Sammlung des Wiener Musikverein wurden die originale Holzkassette, in der das Cranium Haydns bis zu seiner Überführung ins Mausoleum 1954 aufbewahrt worden ist, zur Verfügung gestellt. Auch das Behältnis, in dem Haydns Cranium am 5. Juni 1954 von Wien nach Eisenstadt gebracht wurde, ist zu sehen.
„Es war uns wichtig, die innige Religiosität Haydns zu zeigen. Daher sind die einzelnen Kapitel der Ausstellung nach den Teilen seiner Messkompositionen gegliedert: Kyrie – Gloria – Credo – Sanctus – Benedictus – Agnus Dei.“ erläutert der Gestalter der Ausstellung und künstlerische Leiter Gerhard Krammer das Konzept der Schau. „Dieser Gedanke wird sich dann am 31. Mai fortsetzen, wo den ganzen Tag über Musik von und für Haydn erklingen wird.
Die Bergkirche ist auch Schauplatz des großen Haydn-Eröffnungstages am kommenden Dienstag, 31. März. Am Nachmittag wird der Arnold Schoenberg Chor unter Erwin Ortner Haydns „Paukenmesse“ aufführen.
„Wir denken, dass wir mit HIMMEL und HAYDN ein eigenständiges und einzigartiges Programm an diesem Originalschauplatz in der Haydnstadt Eisenstadt entwickelt haben, das sich hervorragend ins Gesamtkonzert der Jahresaktivitäten von 2009 einfügt!“ so Gerhard Krammer abschließend.
VORSCHAU
31. Mai 2009 – ein ganzer Tag im Zeichen von Joseph Haydn
Der ganze 31. Mai 2009 steht in der Bergkirche im Zeichen von Joseph Haydn, und zwar schon um Mitternacht beginnend, in der Nacht von Samstag auf Sonntag.
Der Zeitpunkt des Entschlafens von Joseph Haydn am 31. Mai 1809 ist durch seinen Kammerdiener Elßler dokumentiert worden, es war 40 Minuten nach Mitternacht. In dieser ganz besonderen Stunde bietet die Bergkirche ein ganz besonderes Ereignis: Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth hat ein Stück für Solotrompete komponiert, und der Schauspieler Erwin Steinhauer wird Texte von Haydnbiographien und Auszüge aus Haydns Testament lesen. In Erinnerung an Haydns Tod vor 200 Jahren wird um 0.40 Uhr die große Glocke der Bergkirche geläutet werden. Und natürlich Musik von Haydn erklingen. (00:00 – 01:00 Uhr)
Nach einer kurzen Nachtruhe geht es am Vormittag um 9:30 Uhr mit der „Schöpfungsmesse“ weiter. Diözesanbischof Paul Iby und Propstpfarrer Martin Korpitsch werden den Pfingstgottesdienst mit der Pfarrgemeinde im Gedenken an die Wiederkehr des 200. Todestages von Joseph Haydn feiern. Der Gottesdienst wird von ORF und ZDF live übertragen. Die musikalische Gestaltung wird von der Chorvereinigung St. Augustin Jesuitenkirche gemeinsam mit dem Haydnorchester Eisenstadt übernommen.
Am Nachmittag verbinden sich Text und Musik zu einem großen Ganzen: Um 16.00 Uhr leihen die gebürtige Eisenstädterin Doris Mayer und der Schauspieler Erwin Steinhauer ihre Stimmen den Briefen Haydns und historische Dokumentationen seines Lebens. Ergänzt werden die Texte durch Streicherkammermusik von Joseph Haydn.
Musikalischer Höhepunkt des Tages wird die Uraufführung eines Requiems für Haydn sein, das die Pfarre Eisenstadt Oberberg in Auftrag gegeben hat. Die Komponistin Adriana Hölszky hat ein beeindruckendes Werk für Chor geschrieben. Erstmals interpretiert wird es vom Arnold Schoenberg Chor, die Leitung der Welturaufführung hat Erwin Ortner. (18.00 Uhr)
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